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Wind für alle. Wind maken för Nörden eG

Norden, Oktober 2017

Moin tosamen,

wir sind nach der öffentlichen Veranstaltung Ende April in der KVHS Norden überwältigt von dem großen Interesse an unserem Projekt „Wind für Alle. Wind maken för Nörden“ und bedanken uns für die vielen Anfragen. Hiermit möchten wir Ihnen den Hintergrund unserer Initiative und den aktuellen Stand des Projektes „Erweiterung des Windparks Ostermarsch“ vorstellen und Sie einladen, Mitglied in unserer Genossenschaft zu werden und überdies aktiv mitzumachen.

Anlass für die Gründung der Bürgerenergiegenossenschaft „Wind für Alle“ war ein verbreitetes Unbehagen: Windkraftprojekte entstehen in allen Teilen der Republik, sie rücken den Anwohnern immer näher auf den Pelz. Vor Ort gibt es zunehmend mehr Widerstand gegen die Projekte, Naturschutz geht allerdings oft vor Anwohnerschutz. Früher ein Geschäft für mittelgroße Anleger, die genug Geld übrig hatten, ist das Windenergiegeschäft mittlerweile zum Tätigkeitsfeld für Energieversorger und institutionelle Anleger wie Banken, Versicherungen, Rentenfonds geworden. Doch der Wind gehört allen und es muss die Möglichkeit geben, auch mit „kleinem Geld“ von den Erträgen des natürlichen Windreichtums zu profitieren. Mittlerweile gibt es mehr als tausend Energiegenossenschaften in Deutschland, die diese Möglichkeit zu einer breiten Beteiligung an der Energiewende eröffnen. Diesen Ansatz fanden und finden wir richtig.

Wir, das sind einige Menschen, die entweder in Norden leben oder aus Norden stammen bzw. hier zur Schule gingen, wollten die Idee umsetzen, uns mit einer Energiegenossenschaft an dem möglicherweise letzten möglichen Windpark in Norden zu beteiligen. Die Gewinne wollen wir bis zu einer bestimmten Höhe an die Mitglieder ausschütten. darüber hinausgehende Gewinne an kulturelle Einrichtungen und Initiativen in Norden spenden.

Die Zeichen standen zunächst auch gut, der Rat der Stadt hatte 2013 die Beteiligung der Bürger am weiteren Ausbau der Windenergie gefordert und der Projektentwickler, die Norderland Energie GmbH, hat sich bereit erklärt, 25% des Windparks an Bürger abzugeben. Hierdurch ermutigt haben wir am 29.6.2013 die Genossenschaft aus der Taufe gehoben und in der Satzung eine Beteiligungsmöglichkeit ab 500 Euro und das gemeinnützige Ziel der Kulturförderung in Norden ausdrücklich festgeschrieben.

Das erste konkrete Vorhaben der Genossenschaft, nämlich Teilhabe an der Erweiterung des bereits bestehenden Windparks Ostermarsch/Im Wischer, schleppte sich jedoch hin. Erst Ende 2016 kam die Genehmigung für 9 Windenergieanlagen (WEA). Diese Genehmigung für Anlagen mit einer Höhe bis 100 Meter ist zwar mit diversen Auflagen verbunden, aber sie kam noch rechtzeitig, um in den Genuss der Förderregelungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) von 2014 zu kommen. Genehmigungen ab dem Jahr 2017 unterliegen neuen Förderbedingungen, welche die Windenergieprojekte untereinander in Wettbewerb stellen. Vermutlich hätte der neue Windpark in Ostermarsch unter dem neuen Förderregime kaum Chancen gehabt, sich mit lediglich „kleinen“ WEA gegen bessere Angebote durchzusetzen.

Die Bedingungen für eine Bürgerbeteiligung sind nun also gegeben. Wie auf unserer Veranstaltung am 28. April in der KVHS Norden dargelegt, können wir derzeit leider noch keine wirtschaftlichen und vertraglichen Details einer Beteiligung unserer Genossenschaft an der Windparkerweiterung vorstellen. Insbesondere ist noch nicht geklärt, ob der Projektentwickler uns überhaupt den Anteil am Windpark tatsächlich anbieten und damit sein Versprechen einlösen wird. Es spricht vieles für das ebenfalls auf der Veranstaltung vorgestellte Modell einer Bürgerbeteiligung unter Federführung der Stadtwerke Norden. Der Geschäftsführer, Herr Schlamann, kann bei diesem Modell auf gute Erfahrungen seines früheren Arbeitgebers, der Stadtwerke Steinfurt, verweisen. Eine entsprechende vertragliche Grundlage zwischen der Stadt Norden und dem Projektentwicklung steht jedoch noch aus. Erst wenn diese Vereinbarung unterzeichnet ist und ein konkretes Beteiligungsangebot des Projektentwicklers bzw. der Stadtwerke und die notwendigen Ertragsberechnungen vorliegen, können belastbare Aussagen über die Ertragschancen und über mögliche Risiken gemacht werden. Dass ein jegliches Engagement in einem Windenergieprojekt mit Risiken verbunden ist, muss allen klar sein: schwankende Windstärken und mögliche Abschaltzeiten u.a. wegen brütender Vögel sind nun einmal unvermeidbare Unwägbarkeiten, die auch die Wirtschaftlichkeit eines solchen Projektes in Frage stellen können. Bisher haben wir also noch nichts Konkretes in der Hand. Ob die Stadt Norden die Bürgerbeteiligung allein für Großanleger öffnen wird oder unsere Genossenschaft einbeziehen wird, ist noch nicht sicher. Verwaltung und Rat der Stadt Norden haben hierzu noch keine endgültige Entscheidung getroffen.

Wir bemühen uns weiterhin um eine zügige Realisierung des in Grundzügen vorgestellten Modells einer Bürgerbeteiligung unter der Regie der Stadtwerke Norden.

Wir würden uns freuen, wenn Sie Ihr Interesse und Ihre Unterstützung durch eine Mitgliedschaft – und gerne auch durch aktive Mitarbeit – zeigen, auch wenn die Genossenschaften derzeit noch keine konkrete Geschäftstätigkeit aufzuweisen hat. Hier finden Sie unsere Satzung und ein Beitrittsformular  Wenn Sie unserer Genossenschaft beitreten wollen, füllen Sie bitte das Beitrittsformular aus und schicken es im Original mitsamt einer Kopie Ihres Personalausweises an die o.a. Geschäftsadresse. Nachzuweisen ist mindestens eine der weiteren Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft in der Genossenschaft: der Geburtsort oder der aktuelle oder frühere erste oder zweite Wohnsitz in Norden oder ein Abschluss an einer Schule in Norden. Personengesellschaften und juristische Personen des privaten oder öffentlichen Rechts müssen ihren Sitz in Norden nachweisen. Nach Mitteilung, daß Sie zur Genossenschaft zugelassen sind, ist der Geschäftsanteil von 500,00 Euro auf das Geschäftskonto einzuzahlen. Vorerst bitten wir nur einen Anteil zu zeichnen. Sie erhalten dadurch volles Stimmrecht auf unserer Generalversammlung. Wenn das Projekt konkreter wird, der Finanzbedarf steigt und bezifferbar wird, kommt der Zeitpunkt, um mehr Anteile zu zeichnen.

Wie Sie an dieser späten Antwort ersehen können, sind wir nur eine Handvoll Aktivisten und wünschen uns vor allem Unterstützung in den Bereichen Internetauftritt, Steuern/Finanzen, Mitgliederbetreuung, Öffentlichkeitsarbeit und auch Projektprüfung (Angebotsprüfung: rechtlich, technisch, wirtschaftlich).

 

Mit herzlichen Grüßen

 

Jörg Olaf Akkermann, Dorothea van Gerpen, Frank Dollmann

Vorstand Wind für Alle. Wind maken för Nörden e.G.

 

 

PS. Wenn Sie eine Idee haben, wo wir als Energiegenossenschaft noch vor unserer geplanten Windkraftbeteiligung noch tätig werden könnten (bspw. ein Dach zur Verfügung stellen wollen für eine PV Anlage), geben Sie uns bitte einen kurzen Hinweis!

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